Manifest für mehr Selbstliebe

Manifest für mehr Selbstliebe

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Zufriedenheit & Mindset

Manifest für mehr Selbstliebe

Selbstliebe ist Voraussetzung für Zufriedenheit in der Familie und im Job

Vor lauter Aufgaben im Job und Routinen im Haushalt, hat Edgar kaum Zeit für seine Hobbies. Seit die Zwillinge auf der Welt sind, ist jede Minute kostbar und seine Familie braucht viel Unterstützung. Im Job möchte Edgar auch weiterkommen und gibt alles. Er hilft viel und obwohl er sein Aufgabengebiet im Griff hat, macht er oft Überstunden. Aktuell ist viel los.

Weder im Job noch zuhause, kommt er zur Ruhe. Er würde gerne mal wieder ausschlafen oder in Ruhe die Zeitung lesen. Wenn die Kids größer sind, dann wird das wieder besser. „Heute brauchen sie mich und ich will ihnen die Welt zeigen“ denkt er. Gemeinsam mit seiner Frau plant er totmüde den nächsten Kindergeburtstag.

Unterstützung für andere ist trendy

In meiner Arbeit mit berufstätigen Eltern finde ich oft das Verhalten, dass Eltern anderen unentwegt helfen möchten. Im Job möchte man weiterkommen, die Kollegen unterstützen und den Arbeitgeber voranbringen. Privat möchte man für die Kinder da sein und sie bestmöglich unterstützen. Vielleicht gibt’s auch noch die eigenen Eltern, die Pflege brauchen und die man natürlich nicht abschieben möchte.

Wir haben oft das Bedürfnis, anderen zu helfen. Da können wir enorme Kräfte mobilisieren, wenn wir für andere kämpfen. Ich kenne das Gefühl sehr gut und schließe mich selbst mit ein.

Anderen zu helfen, ist eine wunderschöne Sache und ich möchte jeden dazu animieren, seinen Mitmenschen entsprechend weiterzuhelfen. Nicht nur denen, denen geholfen wird, sondern auch einem selbst bringt das Weiterhelfen Zufriedenheit und ein gutes Selbstwertgefühl.

Andere sind wichtiger als man selbst?

In der Praxis mündet diese Hilfsbereitschaft fast schon in eine Aufopferungsbereitschaft. Man gibt alles und opfert jede Energie für andere. Manchen wurde die Selbstliebe aberzogen. „Eigenlob und Selbstliebe stinken“ liest und hört man oft. Da bin ich anderer Ansicht: Selbstliebe stinkt nicht, sie duftet nach Nächstenliebe.

Viele berufstätige Eltern verausgaben sich selbt und vergessen bei aller Fürsorge und Nächstenliebe sich selbst. Und gerade deswegen möchte ich heute eine Lanze für mehr Selbstliebe brechen.

Selbstliebe als Voraussetzung für Nächstenliebe

Voraussetzung, dass man anderen helfen kann, ist, dass man selbst fit und leistungsfähig ist. Dafür muss jeder selbst sorgen und Zeit aufwenden. Das ist Selbstliebe.

Stell dir vor, du sitzt im Flugzeug. Es ruckelt und nach einer Notfalldurchsage des Flug-Kapitäns, plumsen die Sauerstoffmasken auf die Köpfe herunter. Jeder Flugpassagier hört es vor jedem Flug: „Erst sich selbst die Maske aufsetzen und dann erst den anderen helfen“

Bevor du anderen die Sauerstoffmaske aufsetzt, solltest du erst mal dir selbst die allererste Maske aufsetzen, damit du ruhig atmen kannst.

Übertragen auf dein Leben bedeutet das, dass du selbst erst mal fit sein und auch Zeit haben musst, für andere da zu sein.

Eigenliebe hat für mich auch nichts mit Egoismus zu tun. Selbstliebe ist der erste Schritt, um überhaupt für Nächstenliebe und Unterstützung fähig zu sein.

Selbstliebe kann man lernen

Sich selbst zu lieben, ist nicht schwer. Selbstliebe kann man lernen, genau wie Fahrradfahren oder Schwimmen. Natürlich kostet es Zeit, diese Fähigkeit zu erwerben und sich zur Gewohnheit werden zu lassen. Es ist gut investierte Zeit, die potenziert zurückkommt.

Wenn wir vielen Leuten helfen, sind wir oft in einem Zeit-Dilemma. Zeit ist immer knapp und deshalb wertvoll. Ich kenne ein gutes Mittel, um deine Zeit effektiv zu nutzen. Das Familienboard (oder eine einfache Tagesübersicht) hilft dir zu erkennen, wie viel Zeit du für welche Aufgaben für welche Bereiche einsetzt. Du kannst auch sehen, wie viel Zeit du für andere da bist und wie viel Zeit du in dich selbst und dein eigenes Wohlergehen investierst.

Wer sich selbst liebt und auf sein Wohlergehen achtet, der kann gut für die anderen da sein. Wenn man sich aufgeopfert und die ganzen Energien für andere einsetzt, dann bleibt man mehr oder weniger selbst auf der Strecke.

Als ich mich selbst zu lieben begann

Sehr eindrucksvoll setzt sich Charlie Chaplin in seinem Gedicht mit dem Thema Selbstliebe auseinander. Er hat es an seinem 70. Geburtstag (16.04.1959) vorgetragen:

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,

zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist –

von da an konnte ich ruhig sein.

Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,

konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid

nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.

Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen

und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.

Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,

und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.

Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,

was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,

auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.

Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,

von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen

und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.

Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,

aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen,

so habe ich mich weniger geirrt.

Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben

und mich um meine Zukunft zu sorgen.

Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,

so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,

da erkannte ich, dass mich mein Denken

armselig und krank machen kann.

Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,

bekam der Verstand einen wichtigen Partner.

Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,

Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,

denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander

und es entstehen neue Welten.

Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

 

Bleib zufrieden und genieß dein Leben.

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Dies ist der erste Teil der Mini-Serie Selbstliebe.

Teil 2: Deine Zeit für Selbstliebe – Wie viel Zeit schenkst du dir selbst? (erscheint am 21. Juli 2017)

Teil 3: 13 Ideen für mehr Selbstliebe – Wie du schnell und einfach Selbstliebe praktizierst (erscheint am 4. August 2017)

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